Fortsetzung unserer Arbeit in AWO-Unterkunft am Brauhausberg

Am 3.6.2016 trafen sich knapp 20 unserer Arbeitsgruppen-Moderatoren in der von der AWO geleiteten Flüchtlingsunterkunft auf dem Brauhausberg, um sich über die Gegebenheiten vor Ort zu informieren. Denn bekanntlich sollen die an der Sandscholle in Babelsberg in Leichtbauhallen untergebrachten und bislang von uns betreuten Flüchtlinge in diese Unterkunft umziehen.

Wegweiser für uns Begrüßung am Eingang

Begrüßung am Eingang

Bei einem äußerst informativen Treffen wurden wir von Herrn Andreas Wilczek (Unterkunftsleiter) und Herrn Dirk Rosenzweig (stellvertretender Unterkunftsleiter) sehr herzlich empfangen. Die Unterkunftsleitung freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit uns. Mit dabei waren auch Herr Nurullah Candan und Frau Antje Warwas, welche derzeit noch die Unterkunft an der Sandscholle betreuen, aber auch zum Brauhausberg umziehen und dort weiterarbeiten werden. Dies freut uns sehr, denn so können wir die vertrauensvolle Zusammenarbeit nahtlos fortsetzen.

v.l.n.r.: Dirk Rosenzweig (AWO, stellv. Unterkunftsleiter), Andreas Wilczek (AWO, Unterkunftsleiter), Nurullah Candan (AWO, Sozialarbeiter)

v.l.n.r.: Dirk Rosenzweig (AWO, stellv. Unterkunftsleiter), Andreas Wilczek (AWO, Unterkunftsleiter), Nurullah Candan (AWO, Sozialarbeiter)

Derzeit ist geplant, dass die Flüchtlinge am 20./21. Juni 2016 aus der Sandscholle auf den Brauhausberg umziehen. Derzeit sind dort 102 Geflüchtete untergebracht, darunter 38 Kinder. Darüber hinaus wird zwischen der Stadt Potsdam und der AWO diskutiert, ob Ende Juni weitere rund 80 Geflüchtete aus dem Wohnverbund in der Haeckelstraße auf den Brauhausberg ziehen. Dies steht noch nicht fest. In den kommenden Monaten sollen ferner weitere Geflüchtete auf dem Brauhausberg untergebracht werden. Genaue Termine stehen nicht fest.

Inzwischen befinden sich die Toiletten und Duschen für die Geflüchteten nicht mehr in Containern, sondern im Gebäude selbst. Mit 40 Elektroherden können die Bewohner sich in eigenen Küchen selbst versorgen, es findet kein Catering statt. Das Gebäude verfügt über eine Vielzahl von zusätzlichen Räumen, z.B. für Sprachkurse und ähnliches. Besonders hervorzuheben ist die ehemalige Parlaments–Cafeteria, welche sich ebenso wie der ehemalige Plenarsaal (Fassungsvermögen max. 200 Personen) gut für größere Veranstaltungen eignet. Darüber hinaus stehen auf dem Gelände zahlreiche Nebengelasse und leer stehende Hallen, welche unter Vorbehalt der feuerpolizeilichen und brandschutzrechtlichen Auflagen und der noch nicht erfolgten Anmietung durch die Stadt zusätzlich genutzt werden können. Erst vor kurzem wurde ein neuer Außen-Spielplatz eingerichtet.

Beim Außenrundgang

Beim Außenrundgang

Neuer Kinderspielplatz im Innenhof

Neuer Kinderspielplatz im Innenhof

In der Unterkunft selbst finden zahlreiche Kurse und Integrationsveranstaltungen statt, es sind derzeit ca. 54 Ehrenamtliche aktiv. Es gibt Deutsch-Sprachkurse und eine Eltern–Kind–Gruppe, welche während der Sprachkurszeiten die Kinderbetreuung übernimmt, sodass die Eltern, insbesondere die Mütter, die Sprachkurse auch besuchen können. Es gibt Musikkurse, Trommelkurse, Bastel- und Mal-Gruppen, insbesondere für Kinder; es ist geplant, diese Angebote weiter auszubauen. Vorstellbar ist z.B. der Aufbau einer „Interkulturelle Musikschule Potsdam“, in Kooperation mit „Mitmach e.V.“, sodass Kinder Geige, Cello oder Gitarre erlernen können. Ferner ist denkbar der Aufbau eines Frauen-Chors, einer Fahrradwerkstatt, einer Kochgruppe, eines Begegnungscafés für Nachbarn mit syrischer Konditorei, ein syrischer Frisörladen oder eine syrische Fußpflege oder der Aufbau eines Gemüsegartens.

Als Startpunkt für gemeinsame Projekte mit der Flüchtlingshilfe Babelsberg kommt derzeit der 27. Juni 2016, also eine Woche nach Umzug infrage. Denkbar ist es zum Beispiel in Kürze ein gemeinsames Open-Air-Kino zu veranstalten.

Die Unterkunftsleitung verfolgt die Politik von „Fördern und Fordern“; von den Bewohnern wird also Engagement eingefordert und verlangt. Da die Veranstaltungsräume oftmals im Unterkunfts-Haus liegen, ist dieses Einfordern von Engagement auch gut möglich.

Wir sind mit der Unterkunftsleitung übereingekommen, dass sich die Moderatoren der Arbeitsgruppen bei Fragen direkt an Herrn Dirk Rosenzweig wenden können (Mobiltelefonnummer und E-Mail–Adresse wurde bekannt gegeben), der für die Koordination der Ehrenamtlichen am Brauhausberg verantwortlich ist. Bitte wenden Sie sich also bei Fragen an die jeweiligen Arbeitsgruppen-Moderatoren, deren E-Mail-Adressen Sie auf unserer Webseite unter https://fluechtlingshilfe-babelsberg.de/arbeitsgruppen/ finden.

Moderatorentreffen mit Unterkunftsleitung

Moderatorentreffen mit Unterkunftsleitung

Zwar ist die Insellage des Brauhausberges ein wenig nachteilhaft, die eine Vernetzung mit der Nachbarschaft erschwert. Eine Herausforderung ist auch, dass für einige unserer Helfer die Motivation, sich in der Unterkunft am Brauhausberg zu engagieren, weniger stark sein könnte, da diese nicht unmittelbar in Babelsberg selbst liegt. Insgesamt erweist es sich aber, dass die räumliche Situation am Brauhausberg vor allem für die Bewohner der Leichtbauhallen, aber auch für uns große Vorteile bringt. Wir können zahlreiche Räume und die vorhandene oder zu schaffende Infrastruktur für unsere Projekte direkt im Haus nutzen und haben so eine bessere Möglichkeit, direkt die Geflüchteten zur Teilnahme anzusprechen und aufzufordern und uns mit den AWO-Mitarbeitern vor Ort zu vernetzen.

Ehemaliger Plenarsaal für Veranstaltungen mit bis zu 200 Pers.

Ehemaliger Plenarsaal für Veranstaltungen mit bis zu 200 Pers.

Für uns neu wird die Arbeit mit Familien sein – eine anspruchsvolle, aber auch sehr schöne Aufgabe, denn wir werden unsere Konzepte und Aktivitäten überdenken und der neuen Situation anpassen. Gelingt es uns zustätzlich, unsere inzwischen aufgebauten Strukturen und die gewachsenen sozialen Bindungen auch in den neuen Kontext des Brauhausberges einzubringen, kann unsere Arbeit noch wirkungsvoller werden. Außerdem hat unsere erfolgreiche Arbeit an der Sandscholle uns viele Türen bei der AWO und der Stadt Potsdam geöffnet, die wir nun prima nutzen können.

Wir freuen uns daher sehr darauf, in der AWO-Unterkunft am Brauhausberg weiter für ein offenes und lebenswertes Potsdam zu wirken.

Küchen

Küchen

Ehemalige Parlaments-Cafeteria

Ehemalige Parlaments-Cafeteria